RSG 2030 bedeutet: Gesundheitsversorgung wird für viele Kärntner schlechter als bisher
Zentralisierung der Medizin führt zu Gemeinden ohne Arzt und längeren Wartezeiten
„Der Jubel von ÖGK und Kärntner Landesregierung über den neuen Regionalen Strukturplan Gesundheit ist eine reine Inszenierung, denn die Wahrheit ist für viele Kärntner bitter. Die neuen Primärversorgungszentren und Ambulatorien bringen eine Zentralisierung der Medizin und einen schmerzlichen Verlust von Hausärzten und Fachärzten in allen Kärntner Bezirken und Regionen“, warnt FPÖ-Gesundheitssprecher und 2. Landtagpräsident Christoph Staudacher.
Der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum werde zum Nachteil der Patienten ausdünnt. Der Regionale Strukturplan Gesundheit führe mittelfristig zur Abschaffung von 40 Hausarztpraxen, weil diese Stellen von neuen Versorgungszentren in den Städten „geschluckt“ werden. Der RSG bedeute daher, dass viele Gemeinden in Kärnten ihre Hausarztstelle verlieren werden. „Der RSG gibt den vielen engagierten Landärzten in Kärnten keine Chance, sich zu vernetzen und mit anderen Gesundheitsberufen zu kooperieren. Das dürfen nur die neuen Versorgungszentren, das ist ein völlig falscher Weg“, kritisiert Staudacher.
Die Problematik im Bereich der Fachärzte illustriert er an einem Beispiel: „Im Bezirk Spittal gibt es seit Jahren einen akuten Mangel an Augenärzten. Patienten warten Monate, um einen Termin bei einem Kassenaugenarzt zu bekommen. Statt diesen Engpass zu beheben, indem man neue Kassenstellen ausschreibt, plant die Regierung ein Ambulatorium in Villach. Was nützt einem sehschwachen Patienten in Mallnitz oder Heiligenblut ein Ambulatorium in Villach? Er bräuchte wohnortnahe Hilfe zumindest in Spittal“, so der FPÖ-Gesundheitssprecher.
Abschließend weist er darauf hin, dass die Wartezeiten in den Spitälern noch länger als bisher sein werden. „Die Spitäler in Hermagor, Friesach und das Elisabethinen-Krankenhaus werden so heruntergestuft, dass sie ihre Versorgungswirksamkeit verlieren und Patienten auf andere Häuser ausweichen müssen, wo aber auch die Kapazitäten fehlen“, so Staudacher, der sich auf die Stellungnahme der Ärztekammer zum RSG bezieht. „Darin wird u.a. aufgezeigt, wie die Streichung der Chirurgie in Friesach mittel- und langfristig auch den Bestand der erfolgreichen Orthopädie gefährdet.“