Notfallversorgung wird zur Lotterie
Interne Machtstrukturen in der KABEG haben wichtige Notfallversorgung blockiert – Krisensituation an der Interventionellen Radiologie ist ein handfester gesundheitspolitischer Skandal, den das KABEG-Management und SPÖ-Prettner zu verantworten haben
Das gesamte Team der Interventionellen Radiologie am Klinikum Klagenfurt hat diesen Sommer gekündigt. Dass es so weit gekommen ist, ist eine Bankrotterklärung für die SPÖ-Gesundheitspolitik in Kärnten.
Die Interventionelle Radiologie ist insbesondere in der Notfallversorgung essenziell, denn ohne diese Spezialisten ist eine Akutbehandlung nach den neuesten medizinischen Erkenntnissen kaum möglich. Diese Experten sind in der Lage, minimal-invasive Eingriffe vorzunehmen, und somit lebensgefährliche innere Blutungen zu stoppen oder Blutgerinnsel, die u.a. zu einem Hirnschlag führen, zu beseitigen. Die Alternative sind aufwendige mehrstündige chirurgische Operationen, die nicht mehr dem aktuellen medizinischen Standard entsprechen.
Um Klarheit in die Situation der Interventionellen Radiologie am Klinikum Klagenfurt zu bringen, wurden zur heutigen Sitzung des Landtagsausschusses u.a. Vertreter des KABEG-Managements sowie der (noch) leitende Oberarzt der Interventionellen Radiologie, Dr. De Paoli, zu einem Kontaktgespräch eingeladen.
„Die Auskunft von Dr. De Paoli war sehr aufschlussreich und hat Spekulationen bestätigt: Interne KABEG-Machtstrukturen haben die wichtige Notfallversorgung in der Interventionellen Radiologie blockiert. Unter den geschilderten Vorfällen ist einer besonders hervorzuheben: Unter erschwerter und höchster Belastung standen dem Team von Dr. De Paoli für Ruhephasen nicht einmal Betten geschweige denn ein eigenes Zimmer während des Bereitschaftsdienstes zur Verfügung. Sie mussten sich erschöpft auf Liegen zwischen Patienten erholen. Von wertschätzenden Arbeitsbedingungen kann hier also keine Rede sein. Kein Wunder, dass die Experten gekündigt haben“, zeigt sich FPÖ-Gesundheitssprecher Christoph Staudacher schockiert. „Wenn die Interventionelle Radiologie am Klinikum Klagenfurt nicht mehr rund um die Uhr zur Verfügung steht, bedeutet das für die Patienten, dass die Notfallversorgung zur Lotterie wird. Das Fortbestehen des Departments für Interventionelle Radiologie ist bedroht: Daraus folgt, dass die KABEG keine State-of-the-Art Behandlung in der Notfallversorgung mehr ermöglichen kann, zu der sie sich verpflichtet hat. Die aktuelle Situation ist ein handfester gesundheitspolitischer Skandal, den das KABEG-Management und SPÖ-Gesundheitsreferentin Prettner zu verantworten haben“, stellt Staudacher klar.
Die Interventionelle Radiologie in Klagenfurt war führend in Europa, doch nun verschwindet das aufgebaute Know-How mit den Spezialisten, die der KABEG den Rücken kehren. Dabei gewinnt die Interventionelle Radiologie immer mehr an Bedeutung, besonders in der Notfallversorgung sowie in der Krebsbehandlung. „SPÖ-Landesrätin Prettner und das KABEG-Management müssen den Ernst der Lage gegenüber der Öffentlichkeit eingestehen. Die Verantwortlichen müssen alles tun, um die Handvoll interventionellen Radiologen, die es in Kärnten, gibt, für das Klinikum zu gewinnen – denn die Patienten brauchen dringend ihre Hilfe. Der Fortbestand der Interventionellen Radiologie muss nachhaltig und in umfassender Qualität 24/7 sichergestellt werden: Als Department, das eigenständig agieren kann. Die Interessen der Patienten müssen wichtiger sein als Befindlichkeiten und interne Streitigkeiten“, fordert Staudacher.
„Positiv hervorzuheben ist, dass das KABEG-Management die Fehler der Vergangenheit einsieht und sich in diesen Bereichen um strukturelle Verbesserungen bemüht“, so Staudacher abschließend.