Kärntner Landesregierung verschläft Pflege-Notstand in den Krankenhäusern
Kenia-Kooperation gescheitert – Statt nachhaltiger Lösungen folgt das nächste Personalexperiment mit Indonesien
„Nächstes Jahr wird die bevorstehende Pensionierungswelle die Kärntner Landeskrankenanstalten mit voller Wucht treffen. Die Kabeg steht im Bereich des Pflegepersonals schon jetzt mit dem Rücken zur Wand. Trotzdem fehlen bis heute wirksame Maßnahmen, um ausreichend heimische Pflegekräfte für den Gesundheitsbereich zu gewinnen“, kritisiert FPÖ-Gesundheitssprecher 2. Landtagspräsident Christoph Staudacher.
Besonders kritisch sieht Staudacher das Ende der viel beworbenen Kooperation mit Kenia. „Dieses Projekt hat sich als weiteres Luftschloss erwiesen, das nun endgültig zerplatzt ist. Wir Freiheitliche haben von Anfang an davor gewarnt, dass diese Kooperation schon aufgrund der sprachlichen Herausforderungen kaum den erhofften Erfolg bringen wird. Unsere Bedenken wurden jedoch ignoriert und als unbegründet abgetan. Jetzt zeigt sich, dass wir mit unserer Einschätzung richtig gelegen sind“, so Staudacher.
Anstatt die Ursachen des Personalmangels konsequent anzugehen, wolle die Kabeg nun Pflegekräfte aus Indonesien anwerben. Offenbar habe man aus den Fehlern der Vergangenheit nichts gelernt. Wieder werde versucht, Personalengpässe durch Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten zu lösen. „Von Kenia nach Indonesien – die Kabeg irrt weiter auf Personalsuche um die Welt, anstatt endlich die Rahmenbedingungen für heimische Pflegekräfte zu verbessern“, erklärt der FPÖ-Gesundheitssprecher.
Staudacher fordert die zuständige SPÖ-Gesundheitsreferentin Beate Prettner und die Landesregierung auf, endlich wirksame Initiativen zur Stärkung des heimischen Pflegepersonals zu setzen. „Die angespannte Personalsituation in den Landeskrankenanstalten und die bevorstehende Pensionierungswelle sind seit Jahren bekannt. Dennoch hat es die Gesundheitsreferentin bisher nicht geschafft, dem Personalmangel wirksam entgegenzusteuern. Statt immer neue Rekrutierungsprojekte im Ausland zu starten, braucht Kärnten endlich eine echte Ausbildungsoffensive und deutlich attraktivere Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte. Denn die Leidtragenden der verfehlten Personalpolitik sind am Ende die Kärntner Patientinnen und Patienten“, betont Staudacher.