3. Kärntner Zukunftsgespräche: Hochkarätige FPÖ-Veranstaltung über die Energieversorgung der Zukunft!
„Der aktuelle energiepolitische Kurs der Regierung ist unrealistisch und teuer. Bevölkerung und Wirtschaft brauchen leistbare Energie“
Ein großer Erfolg waren die 3. Kärntner Zukunftsgespräche, welche gestern Abend auf Initiative von FPÖ-Chef Klubobmann Erwin Angerer zum Thema „Energieversorgung der Zukunft“ in Klagenfurt stattfanden. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie eine sichere, leistbare und realistische Energieversorgung für Österreich und Europa gestaltet werden kann. Hochkarätige Experten aus Wirtschaft, Energiebranche und Politik diskutierten gemeinsam mit Vertretern der FPÖ über aktuelle Herausforderungen und notwendige Weichenstellungen. Rund 250 interessierte Besucher kamen in die vollbesetzte Droneberger Eventhalle.
Zum Auftakt hob der internationale Energieexperte Johannes Benigni (JBC Vienna) die Rolle von Gas als unverzichtbare Brückentechnologie hervor. Während erneuerbare Energien wie Wind-, Solar- und Wasserkraft weiter ausgebaut werden, sei Erdgas kurzfristig die einzige Option, um Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Stabilität zu gewährleisten. Gas verursache deutlich geringere CO2-Emissionen als Kohle und Öl und ermögliche eine kontrollierte Transformation, ohne die Energiekosten explodieren zu lassen.
Benigni betonte zudem, dass sich Europa in der Energiepolitik zu stark auf Klimaziele fokussiert und dabei die Kostenfrage vernachlässigt habe. Diese Entwicklung führe zu massiven Wettbewerbsnachteilen für den Wirtschaftsstandort Europa. „Wenn Europa bis 2040 klimaneutral sein will, ist das ein Arbeitsplätzeabbau-Programm! Bei den Betrieben gibt es einen Investitionsstopp, weil nicht klar ist, was Sinn macht“, so Benigni. Entscheidend sei nicht die Geschwindigkeit des Ausstiegs aus fossilen Energien, sondern ob dieser sozial und wirtschaftlich vertretbar gestaltet werde. „Aktuell sind die Umsetzungsschritte nicht durchdacht und viele Betriebe sind nicht mehr wettbewerbsfähig. Das führt dazu, dass wir allein in Österreich 100.000 Industriearbeitsplätze weniger haben werden. Die Energiewende muss im Einklang mit dem Konsumenten erfolgen“, so Benigni.
In der anschließenden Diskussion, moderiert von Christoph Pöchinger, diskutierten neben Benigni auch FPÖ-Klubobmann Erwin Angerer, Gerhard Christiner (APG Vorstandsvorsitzender), Johannes Srajer (Blackvolt Energy GmbH) sowie FPÖ-Nationalratsabgeordneter Paul Hammerl.
FPÖ-Klubobmann Angerer zog ein klares Fazit: „Der aktuelle energiepolitische Kurs der Regierung ist unrealistisch und teuer. So darf es nicht weitergehen.“ Er forderte ein Umdenken hin zu einer realistischen, schrittweisen Transformation. Erneuerbare Energien seien wichtig, könnten jedoch fossile Energieträger auf absehbare Zeit nicht vollständig ersetzen. „Wir werden es auch in 30 Jahren nicht schaffen, ohne fossile Energie auszukommen, wenn wir nicht in Höhlen leben wollen“, so Angerer.
Versorgungssicherheit, Planbarkeit für Unternehmen und leistbare Energiepreise müssten oberste Priorität haben. „Die Politik, die unsere Energie verteuert, hat ja jemand gemacht. Der Green Deal und die Verteufelung von CO2 wurden uns ja von der EU und der Bundesregierung aufgezwungen. Man kann also auch eine andere Politik machen und sich keine unrealistischen Ziele setzen! Man kann nicht Politik gegen die Regeln der Physik machen“, betonte der FPÖ-Klubobmann, der auch die Vorschriftenflut von Seiten der EU kritisierte. „Die Deindustrialisierung läuft, wenn es so weitergeht, ist unser Wohlstand nicht mehr finanzierbar.“
Ein weiterer zentraler Punkt war die Forderung nach einer Senkung von Steuern und Abgaben auf Strom und Gas sowie nach strukturellen Reformen zur Reduktion der Netzkosten. Zudem müsse Österreich seine energie- und handelspolitischen Interessen stärker in den Vordergrund stellen und internationale Partnerschaften nach wirtschaftlicher Vernunft statt politischer Symbolik wählen.
FPÖ-NAbg. Paul Hammerl machte auf die globalen Zusammenhänge aufmerksam: Sanktionen und geopolitische Konflikte hätten das Gasangebot massiv reduziert und damit die Preise in die Höhe getrieben. Gleichzeitig sei der Rückgang des Gasverbrauchs in Österreich vor allem auf den Verlust von Industriearbeitsplätzen zurückzuführen – rund 36.000 seien in den letzten Jahren bereits weggefallen. Die heimische Wasserkraft, einst eine Stärke Österreichs, werde durch überzogene Vorgaben ausgebremst.
Gerhard Christiner verwies auf die massiven Herausforderungen im Stromsystem: Dieses befinde sich in einem grundlegenden Umbau, sei jedoch strukturell nicht auf die aktuellen Anforderungen ausgelegt. Strom müsse laufend erzeugt werden, erneuerbare Energien seien schwer prognostizierbar und verursachen hohe Kosten. „Pro Jahr produzieren die Erneuerbaren 100 Mio. Euro an Kosten für die notwendigen Netzausgleiche!“
Johannes Srajer unterstrich die Defizite in Kärnten, insbesondere beim Übertragungsnetz und bei den Speicherkapazitäten. Ohne massive Investitionen in diese Bereiche sei die Energiewende nicht realistisch umsetzbar.
Kernaussage der Veranstaltung: Erneuerbare Energie ist ein wichtiger Bestandteil der Zukunft – jedoch nur in Kombination mit fossilen Energieträgern und unter der Voraussetzung, dass die Energiewende leistbar, sicher und wirtschaftlich tragfähig bleibt.